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TON STEINE SCHERBEN

- Ton Steine Scherben / Musik ist eine Waffe
- Song-Texte: Warum geht es mir so dreckig (1971)
- Song-Texte: Keine Macht für Niemand (1972)
- Song-Texte: Wenn die Nacht am tiefsten (1975)
- Wolfgang Sterneck / Die Scherben und die Sehnsucht
- Links
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Ton Steine Scherben:

MUSIK IST EINE WAFFE


Musik kann zur gemeinsamen Waffe werden, wenn du auf der Seite der Leute stehst, für die du Musik machst!

Wenn du mit deinen Texten etwas sagst und eine Situation nennst, die zwar alle kennen, die aber jeder vereinzelt in sich hineingefressen hat, dann werden alle hören, daß sie nicht die einzigen sind, die damit noch nicht fertig geworden sind und du kannst ihnen eine Möglichkeit zu Veränderung zeigen.

Musik kann also zur Waffe werden, wenn du mit ihr die Ursachen deiner Agressionen erkennst. Wir wollen, daß du deine Wut nicht verinnerlichst, daß du dir darüber klar wirst, woher deine Unzufriedenheit und deine Verzweiflung kommen.

Wir wollen die Feinde des Volkes nennen: "Macht kaputt, was euch kaputt macht - zerstört das System, das euch zerstört!" Unsere Musik soll ein Gefühl der Stärke vermitteln. Unser Publikum sind Leute unserer Generation: Lehrlinge, Rocker, Jungarbeiter, "Kriminelle", Leute in und aus Heimen. Von ihrer Situation handeln unsere Songs.

Lieder sind zum Mitsingen da. Ein Lied hat Schlagkraft, wenn es viele Leute singen können Unsere Lieder sind einfach, damit viele sie mitsingen können. Wir brauchen keine Ästhetik; unsere Ästhetik ist die politische Effektivität. Unser Publikum ist der Maßstab und nicht irgendwelche ausgeflippten Dichter. Von unserem Publikum haben wir gelernt Lieder zu machen, nur von ihnen können wir in Zukunft lernen, Lieder für das Volk zu schreiben.

Wir sind in keiner Partei und in keiner Fraktion. Wir unterstützen jede Aktion, die dem Klassenkampf dient. Egal, von welcher Gruppe sie geplant ist.

Wir werden in Berlin und Westdeutschland vor und in Betrieben und in den Jugendheimen der Arbeiterviertel spielen. Dazu zeigen wir Dias, die eine Ergänzung zur Musik und zum Text bilden.

Das Ziel ist es, unsere Aktionen den jeweiligen Situationen in den Betrieben oder Stadtteilen anzupassen. Dazu brauchen wir die Unterstützung der dort arbeitenden Gruppen.

(1972).

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TON STEINE SCHERBEN:
SONG-TEXTE 1971-75:

TON STEINE SCHERBEN:
WARUM GEHT ES MIR SO DRECKIG
(Album, 1971)

- Ich will nicht werden was mein Alter ist
- Warum geht es mir so dreckig
- Der Kampf geht weiter
- Macht kaputt, was Euch kaputt macht
- Einheitsfrontlied (Brecht)
- Mein Name ist Mensch
- Sklavenhändler
- Alles verändert sich
- Solidarität

-- Ich will nicht werden was mein Alter ist --
Wenn ich nach Hause komme, sitzt da ein alter Typ,
der meint, er ist mein Vater, und ich glaub auch, daß er's ist.
Wir sehn uns nur manchmal und dann reden wir nicht viel,
doch wenn wir reden, sagt er: „Junge, aus dir wird mal nicht viel.
Alles, was du anfängst, hörst du gleich wieder auf.
Du kannst doch nie ne Familie ernähren, und du kriegst auch keine Braut.
Du mußt arbeiten, du mußt schuften so wie ich!"
Refrain:
Aber ich will nicht werden, was mein Alter ist. Nee!
Ich will nicht werden, was mein Alter ist.
Ich möchte aufhören und pfeifen auf das Scheißgeld.
Ich weiß, wenn das so weitergeht, bin ich fertig mit der Welt.
Arbeit macht das Leben süß, so süß wie Maschienenöl.
Ich mach den ganzen Tag nur Sachen, die ich gar nicht machen will.
Ich möchte gern mal meinem Chef die Möbel gerade zieh'n.
Doch ich krieg die Faust nicht aus der Tasche, ich weiß nicht mehr, was ich will.
Ich möchte am liebsten abhauen, wenn's zu Hause wieder kracht.
Ich warte jeden Montag Morgen schon auf Freitag Nacht.
Doch mein Alter sagt: „Du mußt arbeiten, du mußt schuften so wie ich!"
Refrain…
Aber mein Alter sagt: „Du mußt arbeiten, du mußt schuften so wie ich!"
Refrain…

-- Warum geht es mir so dreckig --
Refrain:
Warum geht es mir so dreckig, was kann ich allein dagegen tun?
Warum geht es mir so dreckig, was kann ich allein dagegen tun?
Sieben Uhr aufstehen, Kaffee trinken,
zur Arbeit fahren, freundlich sein, den Chef grüßen,
nicht sagen, was ich denke, nicht denken, was ich sage.
Ich möchte am liebsten tot sein und von allem nichts mehr sehen.
Ich möchte am liebsten tot sein und von allem nichts mehr sehen.
Refrain…
Fünf Uhr, Feierabend, zum Bus rennen,
n'Abend Alter, n'Abend Alte, Abendessen,
in die nächste Kneipe gehen, Bier trinken.
Ich möchte so besoffen sein, daß ich alles nicht mehr seh.
Ich möchte so besoffen sein, daß ich alles nicht mehr seh.
Refrain…
Soll ich morgen abhauen und gehen, wohin ich will?
Soll ich die Papiere holen und machen, was ich will?
Soll ich mir'n Schuß machen und von allem nichts mehr sehen?
Ich möchte endlich frei sein, aber wohin soll ich gehen?
4x Warum geht es mir so dreckig?

-- Der Kampf geht weiter --
Wieviel sind hinter Gittern, die die Freiheit wollen?
Wieviel sind hinter Gittern, die wie draußen brauchen?
Wieviel sinGeld hat, hat die Macht und wer die Macht hat, hat das Recht!
Wieviel liegen in der Sonne und betrügen die Welt?
Fahren dicke Autos von unserem Geld?
Nennen uns ihre Sklaven nach ihrem Gesetz?
Refrain…
Die Richter und Staatsanwälte, für wen sind die da?
Für die Kapitalisten und für ihren Staat!
Sie verurteilen uns, nach ihrem Gesetz!
Refrain…
Sie sind gekauft, um uns zu quälen.
Sie schützen die Reichen, die uns bestehlen.
Sie verurteilen uns, nach ihrem Scheißgesetz.
Refrain…
Sie nehmen uns aus.
Sie schmeißen uns raus.
Sie tun nichts für uns.
Doch sie leben von uns!
Sie nennen uns ihre Sklaven
und wenn wir kämpfen, werden sie uns jagen.
Und ihr hinter Gittern, gebt die Hoffnung nicht auf!
Eure Richter sind feige, eure Wächter sind gekauft!
Sie fürchten sich nur vor einem Gesetz.
Wer für das Volk kämpft, der hat das Recht!
Ihr seit die Gefangenen im Klassenkampf,
dem Kampf um unsere Zukunft und für unser Land.
Und es gibt für uns nur ein Gesetz:
Wir brauchen keine Sklaven und keine Chefs!
Sie nehmen uns aus.
Sie schmeißen uns raus.
Sie tun nichts für uns.
Doch sie leben von uns!
Sie nennen uns ihre Sklaven
und wenn wir kämpfen, werden sie uns jagen.
Denn sie wissen,
der Kampf geht weiter.
Und sie wissen,
die Wahrheit wird siegen!

-- Macht kaputt, was euch kaputt macht --
Radios laufen, Platten laufen,
Filme laufen, TV's laufen,
Reisen kaufen, Autos kaufen,
Häuser kaufen, Möbel kaufen.
Wofür?
Refrain:
Macht kaputt, was euch kaputt macht!
Macht kaputt, was euch kaputt macht!
Züge rollen, Dollars rollen,
Maschinen laufen, Menschen schuften,
Fabriken bauen, Maschinen bauen,
Motoren bauen, Kanonen bauen.
Für wen?
Refrain…
Bomber fliegen, Panzer rollen,
Polizisten schlagen, Soldaten fallen,
Die Chefs schützen, Die Aktien schützen,
Das Recht schützen, Den Staat schützen.
Vor uns!
Refrain…

-- Einheitsfrontlied --
(Bertolt Brecht)
Refrain:
Und weil der Mensch ein Mensch ist,
d'rum hat er Stiefel im Gesicht nicht gern.
Er will unter sich keine Sklaven sehen
und über sich keine Herren.
Und weil der Mensch ein Mensch ist,
d'rum braucht er was zu fressen, bitte sehr.
Es macht ihm ein Geschwätz nicht satt,
das schafft kein Fressen mehr.
D'rum links, zwo, drei, drum links, zwo, drei,
wo dein Platz, Genosse, ist.
Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront,
wenn du auch ein Arbeiter bist.
Refrain...
D'rum links, zwo, drei, drum links, zwo, drei,
wo dein Platz, Genosse, ist.
Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront,
weil du auch ein Arbeiter bist.
Und weil der Prolet ein Prolet ist,
d'rum kann er sich nur selbst befreien.
Es kann die Befreiung der Arbeiterklasse
nur die Sache der Arbeiter sein.
2x D'rum links, zwo, drei, drum links, zwo, drei,
wo dein Platz, Genosse, ist.
Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront,
wenn du auch ein Arbeiter bist.

-- Mein Name ist Mensch --
Ich habe viele Väter.
Ich habe viele Mütter,
und ich habe viele Schwestern,
und ich habe viele Brüder.
Meine Väter sind schwarz
und meine Mütter sind gelb
und meine Brüder sind rot
und meine Schwestern sind hell.
Refrain:
Ich bin über zehntausend Jahre alt,
und mein Name ist Mensch!
Ich bin über zehntausend Jahre alt,
und mein Name ist Mensch!
Und ich lebe von Licht,
und ich lebe von Luft,
und ich lebe von Liebe,
und ich lebe von Brot.
Ich habe zwei Augen
und kann alles sehn.
Ich habe zwei Ohren
und kann alles verstehen.
Refrain…
Wir haben einen Feind.
Er nimmt uns den Tag,
er lebt von unserer Arbeit,
und er lebt von unserer Kraft.
Er hat zwei Augen,
und er will nicht sehen.
Und er hat zwei Ohren
und will nicht verstehen.
Er ist über zehntausend Jahre alt
und hat viele Namen.
Er ist über zehntausend Jahre alt
und hat viele Namen.
Ich weiß, wir werden kämpfen,
ich weiß, wir werden siegen,
ich weiß, wir werden leben,
und wir werden uns lieben.
Der Planet Erde
wird uns allen gehören,
und jeder wird haben, was er braucht.
Es wird keine zehntausend Jahre mehr dauern,
denn die Zeit ist reif.
Und es wird keine zehntausend Jahre mehr dauern,
denn die Zeit ist reif.

-- Sklavenhändler --
Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!
Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!
Ich verkauf dir meine Hände, ich verkauf dir meinen Kopf.
Ich versprech dir, nicht viel zu denken, und ich schau dir nicht in deinen Topf.
Für mich bist du der Engel, der uns Armen Arbeit gibt.
Ohne dich wär ich verhungert, ich bin froh, daß es dich gibt.
Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!
Sklavenhändler, geh zum Telefon.
Hörst du nicht, es klingelt schon.
Und wenn ich sieben fuffzich verdiene, geb ich dir drei fuffzich ab.
Ich brauch nur was zu essen und vielleicht ein bißchen Schnaps.
Ich brauch überhaupt nicht viel Geld, denn ich bin ein schlechter Mensch.
Ich hab mein ganzes Leben nichts gelernt, außer daß man besser die Fresse hält.
Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!
Sklavenhändler, hast du Arbeit für mich?
Sklavenhändler, ich tu alles für dich!

-- Alles verändert sich --
Es gibt keine Liebe, wenn wir sie nicht wollen.
Es gibt keine Sonne, wenn wir sie nicht sehen.
Es gibt keine Wahrheit, wenn wir sie nicht suchen.
Es gibt keinen Frieden, wenn wir ihn nicht wollen.
Refrain:
Alles verändert sich, wenn du es veränderst.
Doch du kannst nicht gewinnen, solange du allein bist!
Alles verändert sich, wenn du es veränderst.
Doch du kannst nicht gewinnen, solange du allein bist!
Ein Baum kann nicht blühen, wenn keine Sonne scheint.
Und es gibt keinen Fluß, wenn's kein Regen fällt.
Und es gibt keine Wahrheit, wenn wir sie nicht suchen.
Und es gibt keine Freiheit, wenn wir sie nicht nehmen.
3x Refrain…

-- Solidarität --
Uns fehlt nicht die Zeit, uns fehlt nicht die Kraft,
uns fehlt nicht das Geld, uns fehlt nicht die Macht.
Refrain:
Was wir wollen, können wir erreichen.
Wenn wir wollen, stehen alle Räder still.
Wir haben keine Angst zu kämpfen,
denn die Freiheit ist unser Ziel.
Denn die Freiheit ist unser Ziel.
Alles, was uns fehlt, ist die Solidarität.
Alles, was uns fehlt, ist die Solidarität.
Uns fehlt nicht die Hoffnung, uns fehlt nicht der Mut.
Uns fehlt nicht die Kraft, uns fehlt nicht die Wut.
2x Refrain…
2x Die Solidarität!

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TON STEINE SCHERBEN:
KEINE MACHT FÜR NIEMAND

(Album, 1972)

- Wir müssen hier raus
- Feierabend
- Die letzte Schlacht gewinnen wir
- Paul Panzers Blues
- Menschenjäger
- Allein machen sie Dich ein
- Schritt für Schritt ins Paradies
- Der Traum ist aus
- Mensch Meier
- Rauch-Haus-Song
- Keine Macht für niemand
- Komm schlaf bei mir

-- Wir müssen hier raus --
Im Bett ist der Mensch nicht gern alleine
und in meinem Bett ist grad noch Platz für dich.
Doch mein Alter ist fast jeden Tag zu Hause
und ich glaub, er hat was gegen dich.
Für mich ist die Welt nicht mehr in Ordnung,
nicht früh um Sieben und auch nicht nach der Tagesschau.
Für mich heißt das Wort zum Sonntag "Scheiße"
und das Wort zum Montag "Mach mal Blau".
Refrain:
Wir müssen hier raus! Das ist die Hölle!
Wir leben im Zuchthaus!
Wir sind geboren, um frei zu sein,
wir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein.
Und wir werden es schaffen, wir werden es schaffen.
Mein Alter sagt, die Welt wird sich nicht ändern,
dabei weiß er ganz genau, was läuft.
Doch er glaubt, er vergißt die ganze Scheiße,
wenn er abends in der Kneipe hängt und säuft.
Er sagt, der schönste Platz ist immer an der Theke,
da hat er recht, zu Haus ist kaum noch Platz für drei.
Darum bin ich auch den ganzen Tag auf Arbeit,
man kann sagen, ich bin so frei.
Refrain...
Wir werden es schaffen.
Und was kann uns hindern? Kein Geld, keine Waffen,
wenn wir es woll'n. Wir werden es schaffen.
Wir sind geboren, um frei zu sein.
Wir sind zwei von Millionen, wir sind nicht allein.
Wir sind geboren, um frei zu sein,
Wir sind 60 Millionen, wir sind nicht allein.
3x Wir sind geboren, um frei zu sein.
Frei!

-- Feierabend --
Acht Stunden Arbeit sind vorbei,
es sieht ganz so aus, als wärst du frei.
Kannst dich vollaufen lassen,
kannst ins Kino gehen.
Und du kannst dein Geld im Puff ausgeben.
Es ist Feierabend und die Arbeit ist vorbei,
rück den Kies raus, Junge, und du bist dabei.
Hast 'ne Pause verdient, aber mehr auch nicht.
Morgen gehts weiter, warte nicht.
Spring mitten rein ins süße Leben,
du brauchst dein Geld nicht der Heilsarmee geben.
Es ist Feierabend und die Arbeit ist vorbei,
heut ist Tanz auf dem Vulkan und du bist dabei.
Besuch doch heute Abend deinen Chef
und fahr mit seinem Mercedes weg.
Gib ihm doch endlich seinen Lohn,
mach dich auf die Socken, er wartet schon.
Es ist Zahltag, Junge, und die Arbeit ist vorbei.
Tu, was du tun willst und du bist frei.
Frei!

-- Die letzte Schlacht gewinnen wir --
Wir brauchen keine Hausbesitzer, denn die Häuser gehören uns.
Wir brauchen keine Fabrikbesitzer, die Fabriken gehören uns.
Refrain:
Aus dem Weg, Kapitalisten, die letzte Schlacht gewinnen wir!
Schmeißt die Knarre weg, Polizisten,
die rote Front und die schwarze Front sind hier!
Wir brauchen keinen starken Mann, denn wir sind selber stark genug.
Wir wissen selber, was zu tun ist, unser Kopf ist groß genug.
Refrain...
Unser Kampf bedeutet Frieden und wir bekämpfen eueren Krieg.
Jede Schlacht, die wir verlieren, bedeutet unseren nächsten Sieg.
Refrain...
4x Hey!
7x Die letzte Schlacht gewinnen wir!
7x Wir!

-- Paul Panzers Blues --
Komm ich abends nach Hause zu meiner Braut.
Bißchen was zu fressen, hab ich bei Karstadt geklaut.
Und ich sag zu ihr: "Puppe, ich bin heut so geil."
Und sie sagt: "Macht nix, Junge, schalt den Fernseher ein!"
Dann bin ich echt fertig und was ich steh'n hab, laß ich stehn.
Den Abend, den kannst mich nur noch in einer Kneipe rumhängen seh'n.
Da sauf ich mich voll und wichst mich einer an,
kriegt er paar auf's Maul, solange ich kann.
Und von dem ganzen Fussel penn ich zum Schluß ein,
der Wirt weckt mich um Fünf und quatscht: "Arbeit, Junge, muß sein!"
Ich geh unheimlich gerne auf den Rummelplatz,
ich steh auf Trubel und ich steh auf den ganzen Krach.
Ich fahr paar Stunden lang mit der Achterbahn
und schau mir die schöne Scheiße mal von oben an.
Am Autoscooter fahr ich nen dicken Wagen.
Ich fahr das ganze Jahr nur Mofa, jetzt kann ich auch mal jagen.
Und an der Losbude hoff ich immer noch auf's große Los.
Ich zieh nur Nieten, warum machste die Scheiße bloß.
Aber an der Schießbude stehen, mit ner Knarre in der Hand,
da träum ich, ich knall alle Schweine ab,
denn uns, UNS gehört das Land!
Am Montag morgen in der Hafenstraße,
da saufe ich mir ein an und dann hol ich mir ne Waffe.
Da schnapp ich mir nen Knüppel und dann fackel ich nicht lang
und geht zum Chef auf's Büro und zieh die Krücke blank.
Und wenn er dann winselt: "Verlaßen sie mein Haus!"
Dann soll er sein Mittagessen lutschen, ich schlag ihm paar Zähne raus.
Ich schrei: "Du Drecksau, gehst jetzt arbeiten für meinen Lohn!
Ab marsch in die Kolone, die anderen, die warten schon.
Der Laden gehört jetzt uns allen, nicht mehr dir allein.
Dein Wichserjob ist aus, wir mästen dich nicht mehr, die fettes Schwein."

-- Menschenjäger --
Sie würden uns gern im Knast begraben.
Sie würden uns gern zum Teufel jagen.
Der Teufel will uns gar nicht haben,
wartet auf sie schon seit paar tausend Jahren.
Ich mein die Menschenjäger und die Schreibtischtäter,
die uns Millionen mal ermordet haben,
zittern schon um ihren weißen Kragen.
Wenn der Führer ruft, sind sie dabei.
Sie sind zum Kaufen für die schlecht'ste Schweinerei
und sie killen und denken nix dabei.
Sie sind der Grund für jede Schießerei.
Ich mein die Menschenjäger und die Schreibtischtäter,
die uns Millionen mal ermordet haben,
die spüren schon die Schlinge um ihren weißen Kragen.
Menschenjäger, werdet ihr's kapieren?
Ich weiß nicht, wieviel heut durch euch alle krepieren.
Aber eins kann ich euch garantieren:
Eure MG's werden nicht ewig regieren.
Ihr könnt uns verfolgen und massakrieren,
für jeden, denn ihr kriegt, werden zwei andere marschieren.
Ihr könnt gehorchen, ihr könnt kommandieren.
Und kämpft ihr gegen uns alle, so werdet ihr verlieren.
Menschenjäger, Schreibtischtäter, Vopos, Kripos, NPD,
Faschisten, Sadisten, CIA.
Neckermänner, Genscher, Springer, Krupp, alle Kriegsgewinnler
Neubauer, Ruhnau, Nixon, Hübner, Schreiber und wie sie alle heißen.
Franz-Joseph, Rainer,
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, seht die Zeiger auf der Uhr.
Papiertiger.

-- Allein machen sie dich ein --
Allein machen sie dich ein,
schmeissen sie dich raus, lachen sie dich aus,
und wenn du was dagegen machst,
sperr'n se dich in den nächsten Knast.
Refrain:
Und alles, was du da noch sagen kannst,
ist: "Das ist 'n ganz schöner Hammer, ey Mann!"
Zu zweit, zu dritt, zu viern,
wird auch nix and'res passiern.
Sie werden ihre Knüppel hol'n
und uns ganz schön das Kreuz versohlen.
Refrain...
Zu hundert oder tausend kriegen sie langsam Ohrensausen.
Sie werden zwar sagen, das ist nicht viel,
aber tausend sind auch kein Pappenstiel.
Und was nicht ist, das kann noch werden.
Wir können uns ganz schnell vermehren.
In dem Land, in dem wir wohnen,
sind aber 'n paar Millionen.
Wenn wir uns erstmal einig sind,
weht, glaub ich, 'n ganz anderer Wind.
Dann werden se nicht mehr lachen,
sondern sich auf die Socken machen.
Auf die Bahamas oder ins Tessin,
der Teufel weiß am besten, wohin.
7x Und du weißt, das wird passieren,
wenn wir uns organisieren.

-- Schritt für Schritt ins Paradies --
Du hörst mich singen, aber du kennst mich nicht.
Du weißt nicht, für wen ich singe, aber ich sing für dich.
Wer wird die neue Welt bauen, wenn nicht du und ich?
Und wenn du mich jetzt verstehen willst, dann verstehst du mich.
Refrain:
Ich bin aufgewacht und hab gesehen,
woher wir kommen, wohin wir gehen.
Und der lange Weg, der vor uns liegt,
führt Schritt für Schritt ins Paradies.
Ich hab lang gewartet und nachgedacht.
Hatte viele Träume und jetzt bin ich wach.
Wenn wir suchen, finden wir das neue Land.
Uns trennt nichts vom Paradies außer unserer Angst.
2x Refrain...
2x Der lange Weg, der vor uns uns liegt,
führt Schritt für Schritt ins Paradies.
3x Schritt für Schritt ins Paradies.

-- Der Traum ist aus --
Ich hab geträumt, der Winter wär vorbei,
du warst hier und wir war'n frei
und die Morgensonne schien.
Es gab keine Angst und nichts zu verlieren.
Es war Friede bei den Menschen und unter den Tieren.
Das war das Paradies.
Refrain:
Der Traum ist aus! Der Traum ist aus!
Aber ich werde alles geben, daß er Wirklichkeit wird.
Aber Ich werde alles geben , daß er Wirklichkeit wird.
Ich hab geträumt, der Krieg wär vorbei,
du warst hier, und wir war'n frei
und die Morgensonne schien.
Alle Türen war'n offen, die Gefängnisse leer.
Es gab keine Waffen und keine Kriege mehr.
Das war das Paradies!
Refrain...
Gibt es ein Land auf der Erde,
wo der Traum Wirklichkeit ist?
Ich weiß es wirklich nicht.
Ich weiß nur eins und da bin ich sicher,
dieses Land ist es nicht. Dieses Land ist es nicht.
Dieses Land ist es nicht. Dieses Land ist es nicht.
Der Traum ist ein Traum, zu dieser Zeit,
doch nicht mehr lange, mach dich bereit
für den Kampf um's Paradies!
Wir haben nichts zu verlieren außer unserer Angst,
es ist unsere Zukunft, unser Land.
Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand.
Refrain...
Wirklichkeit...

-- Mensch Meier (Nee, nee, nee) --
Mensch Meier kam sich vor wie ne Ölsardine,
irgendjemand stand auf seinem rechten großen Zeh.
Das passierte ihm auch noch in aller Hergottsfrühe
im 29er kurz vor Halensee.
Der Kassierer schrie: "Wer hat noch keinen Fahrschein?"
und Mensch Meier sagte laut und ehrlich: "Ick!"
"Aber ick fahr schwarz und füttere mein Sparschwein"
Und der Schaffner sagte: "Mensch, bist du verrückt?"
Doch Mensch Meier sagte:
Refrain:
"Nee, nee, nee, eher brennt die BVG!
Ich bin hier oben noch ganz dicht,
der Spaß ist zu teuer, von mir kriegste nüscht!
Nee, nee, nee, eher brennt die BVG!
Ich bin hier oben noch ganz dicht,
der Spaß ist zu teuer, von mir kriegste nüscht!"
Und da sagte einer, du hast recht Mensch Meier,
was die so mit uns machen, ist der reine Hohn.
Erst wolln'se von uns immer höhere Steuern
und was se dann versieben, kostet unseren Lohn.
Doch der Schaffner brüllte: "Muß erst was passier'n?
Rückt das Geld raus oder es geht rund.
Was ihr da quatscht, hat mich nicht zu interessieren,
und wenn ihr jetzt nicht blecht, dann kostet das 'n Pfund!"
Da riefen beide:
Refrain...
"Halt mal an, Fritz!" brüllt da der BVG Knecht,
"ick schmeiß den Meier raus und hol die Polizei."
Doch die Leute riefen: "Sag mal, bist du blöd, Mensch?
Wir müssen arbeiten, wir haben keine Zeit.
Und wenn die da oben x-Millionen Schulden haben,
dann solln'ses bei den Bonzen holen, die uns beklauen.
Du kannst deinem Chef bestellen, wir fahr'n jetzt alle schwarz,
und der Meier bleibt hier drin, sonst fliegst du raus!"
Und da riefen alle:
4x Refrain...

-- Rauch-Haus-Song --
Der Mariannenplatz war blau, soviel Bullen waren da,
und Mensch Meier mußte heulen, das war wohl das Tränengas.
Und er fragt irgendeinen: "Sag mal, ist hier heut 'n Fest?"
"Sowas ähnliches", sacht einer "das Bethanien wird besetzt."
"Wird auch Zeit", sachte Mensch Meier, stand ja lange genug leer.
Ach, wie schön wär doch das Leben, gäb es keine Pollis mehr.
Doch der Einsatzleiter brüllte: "Räumt den Mariannenplatz,
damit meine Knüppelgarde genug Platz zum Knüppeln hat!"
Doch die Leute im besetzen Haus
riefen: "Ihr kriegt uns hier nicht raus!
Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus."
Der Senator war stinksauer, die CDU war schwer empört,
daß die Typen sich jetzt nehmen, was ihnen sowieso gehört.
Aber um der Welt zu zeigen, wie großzügig sie sind,
sachten sie: "Wir räumen später, lassen sie erstmal drin!"
Und vier Monate später stand in Springer's heißem Blatt,
daß das Georg-von-Rauch-Haus eine Bombenwerkstatt hat.
Und die deutlichen Beweise sind zehn leere Flaschen Wein
und zehn leere Flaschen können schnell zehn Mollies sein.
Doch die Leute im Rauch-Haus
riefen: "Ihr kriegt uns hier nicht raus!
Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus."
Letzten Montag traf Mensch Meier in der U-Bahn seinen Sohn.
Der sagte: "Die woll'n das Rauch-Haus räumen,
ich muß wohl wieder zu Hause wohnen."
"Is ja irre", sagt Mensch Meier "sind wa wieder einer mehr
in uns'rer Zweiraum Zimmer Luxuswohnung und das Bethanien steht wieder leer.
Sag mir eins, ha'm die da oben Stroh oder Scheiße in ihrem Kopf?
Die wohnen in den schärfsten Villen, unsereins im letzten Loch.
Wenn die das Rauch-Haus wirklich räumen,
bin ich aber mit dabei und hau den ersten Bullen,
die da auftauchen ihre Köppe ein.
Und ich schrei's laut:
"Ihr kriegt uns hier nicht raus!
Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus."
3x Und wir schreien's laut:
"Ihr kriegt uns hier nicht raus!
Das ist unser Haus, schmeißt doch endlich
Schmidt und Press und Mosch aus Kreuzberg raus."

-- Keine Macht für Niemand --
Ich bin nicht frei und kann nur wählen,
welche Diebe mich bestehlen, welche Mörder mir befehlen.
Ich bin tausendmal verblutet und sie ham mich vergessen.
Ich bin tausendmal verhungert und sie war'n vollgefressen.
Im Süden, im Osten, im Westen, im Norden,
es sind überall dieselben, die uns ermorden.
In jeder Stadt und in jedem Land,
schreibt die Parole an jede Wand.
Schreibt die Parole an jede Wand.
Keine Macht für Niemand!
Keine Macht für Niemand!
Reißen wir die Mauern ein, die uns trennen.
Kommt zusammen, Leute. Lernt euch kennen.
Du bist nicht besser als der neben dir.
Keiner hat das Recht, Menschen zu regier'n.
Im Süden, im Osten, im Norden, im Westen,
es sind überall die dieselben, die uns erpressen.
In jeder Stadt und in jedem Land
heißt die Parole von unserem Kampf,
heißt die Parole von unserem Kampf.
Keine Macht für Niemand!
Keine Macht für Niemand!
Komm rüber Bruder, reih dich ein,
komm rüber Schwester, du bist nicht allein.
Komm rüber Mutter, wir sind auf deiner Seite,
komm rüber Alter, wir woll'n das Gleiche.
In Augsburg, in München, Frankfurt, Saarbrücken,
es sind überall dieselben, die uns unterdrücken.
In jeder Stadt und in jedem Land,
mach ne Faust aus deiner Hand.
Mach ne Faust aus deiner Hand.
Keine Macht für Niemand!
Keine Macht für Niemand!

-- Komm schlaf bei mir --
Die Sonne kommt und du bist hier.
Ich kann dich fühlen, ich bin ein Teil von dir.
Weißt du jetzt, daß du frei bist?
Weißt du jetzt, wer du bist?
Weißt du jetzt, was du tun willst?
Ich bin nicht unter dir, ich bin nicht über dir,
ich bin neben dir.
Komm schlaf bei mir. Komm schlaf bei mir.
Schlaf bei mir!
Ich hab Zeit, denn ich liebe dich.
Ich hab Kraft, denn ich liebe dich.
Du machst mich stark, du gibst mir Kraft.
Du machst mich groß, jetzt erst weiß ich sicher,
wofür ich geboren bin.
5x Komm schlaf bei mir.
7x Schlaf bei mir!

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TON STEINE SCHERBEN:
WENN DIE NACHT AM TIEFSTEN
(Album, 1975)


- Heut Nacht
- Samstag Nachmittag
- Guten Morgen
- Durch die Wüste
- Nimm den Hammer
- Ich geh weg
- Halt dich an deiner Liebe fest
- Wir sind im Licht
- Wenn die Nacht am tiefsten
- Land in Sicht
- Komm an Bord
- Steig ein

-- Heut Nacht --
Die Nacht ist so heiß
und die Leuchtreklamen glühen.
Die Luft ist dick und staubig,
schmeckt nach Frühling und Benzin.
Die Woche war hart,
aber heute gab's Moos
und in jeder Kneipe ist der Teufel los.
Und ich mach mich klar,
reit ab in die Stadt.
Such nach jemand,
der dieselbe Sehnsucht hat.
Refrain:
Heut Nacht,
laß uns durchbrechen, was uns trennt,
Laß uns wecken, was noch pennt,
heut Nacht.
Die Nacht vergeht so schnell
und der Montag wartet nicht.
Laß deine tausend Augen leuchten,
zeig mir dein wirkliches Gesicht.
Nee, ich will dich nicht ketten,
will keinen kurzen Fick.
Will nicht Chef sein und nicht Sklave,
ich such 'n anderes Glück.
Sprichst du meine Sprache,
kannst du mich verstehen?
Unsere wilden Träume warten,
laß sie uns fangen gehen.
Refrain...
Nee, ich will dich nicht ketten,
will keinen kurzen Fick.
Will nicht Chef sein und nicht Sklave,
ich such 'n anderes Glück.
Sprichst du meine Sprache,
willst du mich verstehen?
Unsere wilden Träume warten,
laß sie uns fangen gehen.
Refrain...

-- Samstag Nachmittag --
Die Sonne scheint mir ins Gesicht
und niemand steht mir mehr im Licht.
Samstag Nachmittag.
Ich bin noch nicht voll, aber mein Glas ist leer,
und ich hol' mir 'n neues, und ich träum vom Meer.
Samstag Nachmittag.
Der Sommerwind streicht mir um die Nase,
ich seh das Paradies in 'ner Blumenvase.
Samstag Nachmittag.
Zigaretten verglüh'n vor'm Flimmerkasten,
irgendjemand spielt Klavier auf den Radiotasten.
Samstag Nachmittag.
Mama backt Kuchen, Papa kippt 'n Bier,
und ich sitz auf der Straße und hab die Welt vor mir.
Samstag Nachmittag.
Ein Bullenauto fährt langsam vorbei
und wartet auf 'ne Schlägerei.
Samstag Nachmittag.
Irgendeiner ruft "Hallo" und fragt nach der Zeit,
ich sag "Bleib ruhig, 's is' bald soweit."
Samstag Nachmittag.
Und er lacht und geht weiter der Sonne entgegen
und die Sonne lacht auch, frag mich nicht, weswegen.
Samstag Nachmittag.

-- Guten Morgen --
Wenn der Wecker um halb sechs
fröhlich sein Liedchen geigt,
und ich mit dem linken Fuß zuerst
aus dem Bette steig,
wenn die erste Zigarette
mir halb den Bart verbrennt,
dann sag ich mir:
"Hätt'ste bloß diesen Tag verpennt!"
Guten Morgen!
Wenn ich mich dann aufrapple
und ab zur Arbeit geh
und schon aus der Ferne
meine Firma seh,
den freundlichen Kasten
aus Klinkerstein,
dann sag ich mir:
"Mann, wird das heute wieder fein!"
Guten Morgen!
Wenn ich dann da bin
und vor der Stechuhr steh
und mal wieder 'n roten Druck
auf meiner Karte seh,
wenn der Alte mich anmacht:
"Panzer! Sie sind schon wieder zu spät!"
Dann sag ich mir:
"Sei froh, wenn bei dir noch was richtig geht."
Guten Morgen!
Wenn ich in der Frühstückspause
mein drittes Brötchen verschling
und in Gedanken schon wieder
meine Feile schwing,
wenn der Alte mich fragt:
"Panzer, wie geht's denn so?"
Dann sag ich mir:
"Setz dich erstmal 'ne Stunde aufs Klo."

-- Durch die Wüste --
Ich komm aus der Wüste aus Stahl und Glas.
Ich komm aus der Wüste aus Angst und Haß,
wo die Menschen verdursten auf der Suche nach Liebe,
krank vor Verzweiflung und vom Warten müde.
Ich komm aus dem Land der vergifteten Straßen,
wo man den Tag verkaufen muß, um sorglos zu schlafen.
Wo das Leben schneller ist als ein Herz schlagen kann
und tausend Lügner sprechen bevor einer die Wahrheit sagen kann.
Ich komm vom Planeten der verzweifelten Götter.
Ich komm vom Planeten der reichen Bettler,
wo die Liebe verkauft wird und der Haß verschenkt,
wo die Mörder belohnt werden und die Heiligen gehenkt.
Hilf mir!
Hilf mir!
Zeig mir den Weg hier raus!
Laß mich nicht hängen,
gib mir 'ne Antwort,
zeig mir den Weg hier raus.
Hilf mir!

-- Nimm den Hammer --
Nimm den Hammer
und bring ihn zum Chef.
Sag ihm, daß ich fort bin,
sag ihm, ich bin weg.
Wenn er fragt, warum,
sag ihm, ich will leben.
Das Leben, das ich will,
kann er mich nicht geben.
Und ich will keine Ketten
aus Geld und Angst,
ich werd ihm nicht mehr geben,
was er von mir verlangt.

-- Ich geh weg --
Refrain:
Ich geh weg, ich geh weg,
ich geh weg und such was Neues.
Denk an mich, denk an mich,
ich komm zurück zu dir.
Ich geh weg, ich geh weg,
mach was Neues, such was Neues,
ich komm zurück, ich komm zurück zu dir.
Ich geh weg, ich geh weg,
ich geh weg und bin nicht traurig.
Refrain...
Vergiß mich nicht, vergiß mich nicht,
ich komm zurück zu dir.

-- Halt dich an deiner Liebe fest --
Wenn niemand bei dir is' und du denkst, daß keiner dich sucht,
und du hast die Reise ins Jenseits vielleicht schon gebucht,
und all die Lügen geben Dir den Rest:
Halt dich an deiner Liebe fest.
Wenn der Frühling kommt und deine Seele brennt,
du wachst nachts auf aus deinen Träumen,
aber da is' niemand, der bei dir pennt,
wenn der, auf den du wartest,
dich sitzen läßt:
Halt dich an deiner Liebe fest.
Wenn der Novemberwind deine Hoffnung verweht,
und du bist so müde, weil du nicht mehr weißt, wie's weitergeht,
wenn dein kaltes Bett dich nicht schlafen läßt:
Halt dich an deiner Liebe fest.

-- Wir sind im Licht --
Ich seh tausend Augen, und sie sind verschlossen,
klopf an tausend Türen und keine is' offen.
Ich sauf mich voll bis mir der Schädel dröhnt
und wälz mich im Bett, mein Verstand is' gelähmt.
Ich heb meine Arme, und sie sind gefesselt.
Ich heb meine Füße, und sie sind gekettet.
Und ich schau zum Turm der Herrschaft,
er steht steinern und wacht,
und er droht und macht mich schwach.
Ich dreh mich um und wünsch mir mein Grab.
Ich seh deine Augen, und sie sind offen,
und ich seh dein Gesicht, und wir müssen lachen.
Ich umarm dich, und du gibst mir deine Wärme,
und alle Menschen um uns sind leuchtende Sterne.
Wir sind auf der Straße und geh'n alle zusammen.
Wer will uns halten? Wir durchbrechen die Schranken.
Und ich weiß, es muß keine Herrschaft geben.
Ich weiß, wir können jetzt schon anders leben.
Wir geh'n nach Morgen, Gestern zählt nicht.
Weg sind die Schatten, wir sind im Licht.

-- Wenn die Nacht am tiefsten --
Ich war oft am Ende, fertig und allein.
Alles, was ich gehört hab, war: "Laß es sein!
So viel Kraft hast du nicht, so viel kannst du nicht geben.
Geh den Weg, den alle geh'n, du hast nur ein Leben."
Refrain:
Doch ich will diesen Weg zu Ende geh'n,
und ich weiß, wir werden die Sonne seh'n!
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten.
Manchmal bin ich kalt und schwer wie ein Sack mit Steinen.
Kann nicht lachen und auch nicht weinen.
Seh' keine Sonne, seh' keine Sterne,
und das Land, das wir suchen, liegt in weiter Ferne.
Refrain…
Doch wir werden diesen Weg zu Ende geh'n,
und ich weiß, wir werden die Sonne sehn!
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten.

-- Land in Sicht --
Land in Sicht, singt der Wind in mein Herz.
Die lange Reise ist vorbei.
Morgenlicht weckt meine Seele auf.
Ich lebe wieder und bin frei.
Refrain:
Und die Tränen von gestern wird die Sonne trocknen,
die Spuren der Verzweiflung wird der Wind verweh'n.
Die durstigen Lippen wird der Regen trösten
und die längst verlor'n Geglaubten
werden von den Toten aufersteh'n.
Ich seh die Wälder meiner Sehnsucht,
den weiten sonnengelben Strand.
Der Himmel leuchtet wie Unendlichkeit,
die bösen Träume sind verbannt.
Refrain...

-- Komm an Bord --
Alles, was ich haben will, kann ich geben.
Alles, was ich geben will, kann ich haben.
Alles, was ich sagen will, kann ich hören.
Alles, was ich hören will, kann ich sagen.
Geben, haben, hören, sagen.
Refrain:
(Unser Schiff) Die Anker sind gelichtet,
(ist kein Traumschiff) der Wind ist schon gesät.
(Unser Schiff) Wenn der Sturm endlich losbricht,
(ist 'n Raumschiff) ist es vielleicht schon zu spät.
Komm an Bord, komm mit an Bord.
Die Zeit ist auf unserer Seite.
Unser Schiff heißt Hoffnung.
Alles, was ich suchen will, kann ich finden.
Alles, was ich finden will, kann ich suchen.
Alles, was ich hassen will, kann ich lieben.
Alles, was ich lieben will, kann ich lieben.
Finden, suchen, lieben, lieben.
Refrain...
Volle Kraft voraus.

-- Steig ein --
Als ich in jener schlaflosen Nacht über die kalten Straßenlaternen
und neonbleichen Häuserreihen hinweg in den klaren Winterhimmel schaute,
fiel mir ein Stern auf. Er gefiel mir und je länger ich ihn betrachtete
desto größer und deutlicher wurde er für mich.
Durch seine leuchtende blaue Atmosphäre konnte ich Meere und Kontinente erkennen.
Ich sah Urwälder, die wie eine schützende Hand das Land bedeckten,
Gebirge, in deren schneeüberzogenen Gipfeln sich die Mittagssonne bricht
wie in einem kostbaren diamanten. Flimmernde Wüsten, in denen nur der Wind wohnt,
Flüsse, die breit und schwer wie die trägen Gedanken eines Sommernachmittags dahinfließen.
An ihren Ufern wogende Getreidefelder, vom duft schattiger Obstgärten erfüllte Luft.
Dann sah ich sie, ihre Haut war braun, manchmal heller, manchmal dunkler,
sie pflügten die Erde, bestellten die Felder, bauten Brücken aus seltsamen Metallen.
Manche schwebten in schimmernden Kugeln durch die Luft.
Ich sah sie in der Sonne liegen, sah sie tanzen, hörte ihre Gesänge, spürte ihre Liebe.
Dann sah ich ihre Städte. Städte, deren Schönheit ich nicht beschreiben kann.
Städte ohne Hass und ohne Hast und ich sah keine stickigen Hinterhöfe,
keine rasenden Blechkisten, keine verhungerten Kinder
und niemanden auf den eine Waffe gerichtet war.
Ich sah keine marschierenden Truppen, keine Bomben werfenden Flugzeuge
und ich sah niemanden, der Geld zählte.
Ich sah fröhliche Gesichter und sah traurige Gesichter,
aber nirgendwo begegneten mir hoffnungslose Blicke.
Das Bild zerriss.
Und da war nur noch die klare Dezembernacht mit ihren Tausenden von Sternen.
Ich habe viele schlaue Bücher gewälzt, um den Namen dieses Sterns zu erfahren,
habe vielen klugen Leuten sein Aussehen beschrieben.
Es kann nur einer sein, mein Stern, dein Stern, unsere Heimat, die Erde.
Die Zukunft der Erde, die Erde der Zukunft, sie liegt vor uns!
Komm mit, leg deine alten Klamotten ab, pack deine Sachen,
spring aus deinem Grab.
Refrain:
Steig ein, spring auf,
komm rein, komm rauf,
mach mit, mach weiter,
mach den Weg zu dir
'n bißchen breiter.
Klopf an, ich mach dir auf.
Wenn du siehst, mir geht's dreckig,
bring mich rauf.
Wenn du siehst, mir geht's gut,
bring mich nicht runter.
Wenn du siehst, ich bin müde,
mach mich munter.
Refrain...
Ich will keine Ketten!
Allein machen sie dich ein!
Wir wollen keine Ketten!
Wir sind geboren, um frei zu sein!
Laß uns wecken, was noch pennt!
Der Kampf geht weiter!

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Wolfgang Sterneck:

DIE SCHERBEN UND DIE SEHNSUCHT

Die Ende der sechziger Jahre in Berlin-Kreuzberg gegründete Band Ton Steine Scherben gehörte zu den ersten Rock-Gruppen in der BRD, die ihre Musik mit einer klaren politischen Aussage verknüpften. In einer Selbstdarstellung mit dem Titel ”Musik ist eine Waffe” (1972) erklärte die Band ausdrücklich, daß sie ihre Lieder an der politischen Effektivität ausrichtet und jede Aktion unterstützt, die dem Klassenkampf dient, unabhängig davon, von welcher Gruppe sie durchgeführt wird. ”Musik kann zu einer Waffe werden, wenn du auf der Seite der Leute stehst, für die du Musik machst! Wenn du mit deinen Texten etwas sagst und eine Situation nennst, die zwar alle kennen, die aber jeder vereinzelt in sich hineingefressen hat, dann werden alle hören, daß sie nicht die einzigen sind, die damit noch nicht fertig geworden sind und du kannst ihnen eine Möglichkeit zur Veränderung zeigen...”

Entsprechend klar waren die Texte formuliert, die das Lebensgefühl eines großen Teils der Jugend ausdrückten. Betont bezog sich die Band, der unter anderem RPS Lanrue, Rio Reiser und Kai Sichtermann angehörten, auf die ”Lehrlinge, Rocker, Jungarbeiter, ’Kriminellen’, Leute in und aus Heimen”.2 Beispielhaft war das Stück ”Ich will nicht werden was mein Alter ist”: ”Wenn ich nach Hause komme, sitzt da ein alter Typ. Der sagt, er ist mein Vater, aber ich glaub nich’ daß er’s ist. Wir sehen uns nur manchmal und dann reden wir nicht viel. Doch wenn wir reden sagt er: Junge aus dir wird mal nicht viel. Alles was du anfängst hörst du gleich wieder auf. Du kannst auch nie ’ne Familie ernähren und du kriegst auch keine Braut. Du mußt arbeiten, du mußt schuften so wie ich. Aber ich will nicht werden was mein Alter ist. Ich möchte aufhörn und pfeifen auf das Geld. Ich weiß, wenn das so weiter geht, bin ich fertig mit der Welt...”.

Vielfach übernahmen und verbreiteten die Scherben Parolen der linksradikalen Bewegung bzw. prägten sie über ihre Lieder teilweise auch selbst. Zu den bekanntesten Textzeilen gehörte der Refrain ”Keine Macht für Niemand” aus dem gleichnamigen Stück, das zum Widerstand gegen das bestehende System aufforderte. ”Ich bin nicht frei und ich kann nur wählen, welche Diebe mich bestehlen, welche Mörder mir befehlen. Ich bin tausendmal verblutet und sie haben mich vergessen. Ich bin tausendmal verhungert und sie waren vollgefressen. In Augsburg, in München, Frankfurt, Saarbrücken, es sind überall dieselben, die uns unterdrücken. In jeder Stadt und in jedem Land mach ’ne Faust aus deiner Hand. Keine Macht für Niemand.”

In vielen Texten gelang es den Scherben, die neben der Nürnberger Gruppe Ihre Kinder zu den ersten bundesdeutschen Rock-Bands gehörte, die deutschsprachig sangen, ohne Floskeln den Alltag zu beschreiben und gleichzeitig die Sehnsucht nach einer anderen Welt zu vermitteln. Ein Stück beschrieb die zwischenmenschlichen Folgen beengter Wohn-verhältnisse, in anderen wurden mit einer kleinen Geschichte die Ablehnung von überhöhten Straßenbahnpreisen oder Ereignisse im Zusammenhang mit einer Hausbesetzung dargestellt. Neben der zornigen Aufforderung zum Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung wurde aber auch die reale Möglichkeit liebevoller und gleichberechtigter zwischenmenschlicher Beziehungen dargestellt. Unterschwellig sprach aus allen Texten die Aufforderung, aus den Zwängen des Systems auszubrechen und einen anderen Weg einzuschlagen. Mehrfach gelang es den Scherben dabei die angestaute Wut und Frustration des Publikums zu kanalisieren. In einigen Fällen kam es im Anschluß an Konzerte sogar zu spontanen Demonstrationen und zu Hausbesetzungen. Im Gegensatz zu vielen linksradikalen Organisationen und Bands beanspruchten die Scherben jedoch nie, den einzig richtigen Weg zu kennen und formulierten mehrfach auch innere und äußere Widersprüche.

Nach den ersten Veröffentlichungen waren die Scherben innerhalb kurzer Zeit von einer Nachwuchsband zur populärsten Polit-Rock-Band West-Berlins aufgestiegen. Die Gruppe hatte dadurch plötzlich einen Status und ein Image, das von ihr nie angestrebt worden war und die Mitglieder teilweise überforderte. Die Musiker wurden vielfach nicht mehr als eigenständige Personen angesehen, sondern vorrangig über eine festgelegte Rolle als Rock-Star definiert. Zudem bestand der ständige Zwang, als öffentlich bekannte Persönlichkeiten in allen Lebenslagen den linken Idealen zu entsprechen. Mehrfach mußte sich die Band gleichermaßen mit Vereinnahmungsversuchen wie auch mit überzogenen Kritiken auseinandersetzen. Insbesondere die neugegründeten kommunistischen Gruppen führten teilweise detailliert auf, an welchen Punkten die Scherben von dem vermeintlich einzig wahren Weg zur Revolution abwichen, ohne zu erkennen, daß sie sich selbst längst in eine Sackgasse begeben hatten. Bezeichnender Weise überlebten die Scherben die meisten dieser Organisationen.

1975 verließ die Band mit einigen befreundeten Personen West-Berlin und zog nach Nordfriesland, um dort auf einem gemeinsam renoviertem Gehöft kommuneartig zusammen-zuleben. Nicht zuletzt war der Umzug auch eine Flucht vor den Ansprüchen des Publikums und der linksradikalen Szene, aber auch vor zunehmenden Repressionsmaßnahmen. Der Wandel der konkreten Lebensumstände bewirkte eine Veränderung der Eindrücke und der Einflüsse, die in Folge wiederum auch zu einer Veränderung der Musik und der Texte führte. Auf der in dieser Zeit entstandenen Doppel-LP ”Wenn die Nacht am tiefsten...” schwand die verbale Militanz der ersten Veröffentlichungen zugunsten einer wesentlich bildhafteren und lyrischeren Sprache. ”Ich seh deine Augen und sie sind offen. Ich seh dein Gesicht und wir müssen lachen. Ich umarm’ dich und du gibst mir deine Wärme. Und alle Menschen um uns sind leuchtende Sterne. Wir sind auf der Straße und gehn alle zusammen. Wer will uns halten, wir durchbrechen alle Schranken. Und ich weiß es muß keine Herrschaft geben. Ich weiß wir können jetzt schon anders leben. Wir gehn nach Morgen, Gestern zählt nicht. Weg sind die Schatten, wir sind im Licht.”

Wie die vorherigen Veröffentlichungen wurde auch ”Wenn die Nacht am tiefsten...” für das von der Band gegründete Label David Volksmund Produktion eingespielt. 1976 initiieren Ton Steine Scherben mit den Bands Missus Beastly, Embryo und Sparifankel den April- bzw. nach einer Namensänderung den Schneeball-Vertrieb, der als erster Vertrieb in der Bundesrepublik von Rock-MusikerInnen selbstbestimmt organisiert wurde, um eine größtmögliche Unabhängigkeit von der Musikindustrie zu gewährleisten. In der zweiten Hälfte der siebziger Jahre öffneten sich die einzelnen Musiker individuell neuen Projekten, während die Band-Aktivitäten weitgehend eingestellt wurden. Abgesegen von verschiedenen Kompositionen für Theatergruppen veröffent-lichten die Scherben keine eigenen Schallplatten und gaben auch keine Konzerte mehr.

Um 1980 formierte sich die Band neu, produzierte einige LPs und trat auch wieder gemeinsam auf. Die selbstorganisierten Tourneen endeten allerdings trotz des großen Zuspruchs zum Teil mit einem finanziellen Verlust, da die bewußt niedrig gehaltenen Eintrittspreise die Unkosten nicht deckten. Die Texte der folgenden Veröffentlichungen waren noch immer von der Sehnsucht nach gesellschaftlicher Veränderung geprägt, die sich nun teilweise auch in Assoziationsketten oder in Anspielungen auf biblische Symbole ausdrückte. Zumeist hatten sie jedoch die sprachliche Direktheit und die inhaltliche Konsequenz der frühen Aufnahmen verloren. Im Vergleich wirkten neue Stücke wie beispielsweise ”Bist du’s?” banal und kraftlos: ”Durch den Regen spür ich ganz nah ein Gesicht. Dein Gesicht. Halt mich fest. Was’n Wetter, was’ne Zeit. Es ist finster weit und breit. Ist da noch jemand wach? Bist du’s?”.

In der Mitte der achtziger Jahre löste sich die Band auf. Rio Reiser, der ehemalige Sänger der Scherben, veröffentlichte danach bei dem Musikmulti CBS mehrere, teilweise kommerziell sehr erfolgreiche LPs. Letztlich schlug der 1996 verstorbene Reiser einen Weg ein, der für viele Angehörige der achtundsechziger Rebellion charakteristisch ist, die sich zunehmend von der Gegenkultur lösten und sich auf die etablierten Strukturen einließen, um von einflußreichen Positionen aus zumindest kleine Veränderungen bewirken zu können und um sich dabei gleichzeitig materiell abzusichern.

Aus dem Buch:
Wolfgang Sterneck:
Der Kampf um die Träume - Musik und Gesellschaft. (1998).

contact@sterneck.net

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Ton Steine Scherben: www.tonsteinescherben.de
Rio Reiser und Ton Steine Scherben: www.rioreiser.de
Rio-Reiser-Haus Fresenhagen: www.rioreiserhaus.de

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