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Wolfgang Sterneck
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Greenpeace:
 
DIE FOLGEN DER ERWÄRMUNG
 
 - Klima
- Die Ausbreitung der Wüsten
- Berge ohne Eis: Die Gletscher schmelzen
- Ohne Eis kein Eisbär
- Die Erwärmung der Meere
- Trinkwasser wird knapp
- Schmelzendes Eis & Steigende Meeresspiegel
- Eiszeit für Europa?
- Flucht vor der Klimakatastrophe
 

 
- KLIMA -

Die Erde erwärmt sich. Unser Klimasystem steht auf der Kippe. Zwar trennt uns nur ein Temperaturunterschied von vier Grad im Jahresmittel von der letzten Eiszeit vor rund 12.000 Jahren. Aber was nach wenig klingt, macht einen Riesenunterschied. Schon bei einem weiteren Temperaturanstieg um etwas mehr als ein Grad Celsius drohen unumkehrbare Schäden für das Klimasystem. Wie schnell sich die Erde weiter erwärmt, hängt davon ab, wie die Menschheit auf den Klimawandel reagiert, den sie selbst verursacht hat. Bislang sind die Anstrengungen für den Schutz des Klimas nur halbherzig. Insbesondere die Regierung des größten Energieverbrauchers der Welt - die US-Regierung - sieht keinerlei Veranlassung, weniger Energie zu verschwenden. Alle Industrienationen sind jetzt gefragt, ihren Lebensstil zu überdenken und eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einzunehmen.

 
 - DIE AUSBREITUNG DER WÜSTEN -

 Australien leidet zu Beginn des 21. Jahrhunderts unter einer der schlimmsten Dürreperioden in den letzten hundert Jahren. Zehn Millionen Menschen waren Anfang 2007 im Süden Chinas wegen anhaltender Dürre von Trinkwassermangel bedroht. Im Hitzesommer 2003 starben in Europa 30.000 Menschen an den Folgen der Hitzeperiode. In Deutschland litt besonders Brandenburg unter der Dürre. Die nächste Dürreperiode in Brandenburg folgte schon im Sommer 2006 und führte zu Existenz bedrohenden Ernteausfällen in Höhe von 110 Millionen Euro, das Land musste ein Hilfsprogramm für die Bauern auflegen.
 
Trockenere und heißere Sommer mit Hitzewellen und Dürreperioden werden bald zum Alltag werden. In Europa leiden bereits jetzt mehrere Regionen an Bodenverlust durch Trockenheit, besonders in Spanien. Heiße, trockene Sommer dörren den Boden aus. Die Stauseen sind fast leer, Flüsse verkümmern zu Rinnsalen, überall herrscht Wassermangel. Die Landwirtschaft muss große Einbußen hinnehmen.
 
Häufigere und längere Dürreperioden führen zur Ausbreitung der Wüsten, Wissenschaflter nennen das Desertifikation. Folgt auf eine Dürreperiode ein feuchtes Jahr, dann ergrünt die scheinbar tote Wüste schnell wieder. Doch folgt ein Dürrejahr nach dem anderen, beginnt die Versteppung. Es kommt zur Wüstenbildung, ein Prozess, der sich nur sehr schwer wieder rückgängig machen lässt. In trockenen, sogenannten ariden Klimazonen sind die größten Flächen von Desertifikation bedroht. Geringe Niederschlagsmengen gekoppelt mit starker Verdunstung bilden extrem ungünstige Bedingungen. Auch Überweidung, Abholzung, sinkende Grundwasserspiegel und Auslaugung der Böden durch die Landwirtschaft begünstigen die Wüstenbildung.
 
- Wüstenbildung in Afrika, Zentralchina, USA und in der Mittelmeerregion -
 
Auf allen Kontinenten der Erde breiten sich die Wüsten aus. Besonders schlimm betroffen sind die Sahelzone in Afrika, der Aralsee in Usbekistan, China, z.B. durch die Ausbreitung der Wüste Gobi, das Gebiet der Great Plains in den USA und die europäische Mittelmeerregion. Für die Bevölkerung in diesen trockenen Gebieten, die vorwiegend von der Landwirtschaft lebt, bedeutet die Ausbreitung der Wüsten Wasserknappheit, Rückgang der Bodenfruchtbarkeit, Ernte- und Einkommensverlust, sowie Nahrungs- und Trinkwasserknappheit. Die Menschen in Trockengebieten sind besonders verletzlich gegenüber solchen Veränderungen, weil sie oft arm sind und neben der Landwirtschaft keine anderen Einkommensquellen haben.
 
Die zunehmende Wüstenbildung zieht eine Kette von Problemen nach sich: Hunger, Verelendung und eine Zunahme von Fluchtbewegungen, sowie Konflikte um die knapper werdenden Ressourcen Boden und Wasser. Konflikte um fruchtbare Erde und Wasser sind vorprogrammiert oder bereits im Gange. Diese Entwicklung muss dringend aufgehalten werden. Neben weltweitem Engagement zum Klimaschutz müssen geeignete Anpassungs-Maßnahmen getroffen werden, um eine weitere Ausbreitung der Wüsten zu verhindern. Die Industriestaaten müssen sich ihrer Verantwortung stellen und Geld für erforderliche Anpassungsmaßnahmen zur Verfügung stellen.
 
 
- BERGE OHNE EIS: DIE GLETSCHER SCHMELZEN -

 
Weltweit schmelzen die Gletscher - ob in den Alpen, im Himalaja, in Afrika, in den Rocky Mountains, in Patagonien, in den peruanischen Anden oder in der Arktis. Wo sich einst strahlend weiße Eisriesen bis in die Täler schoben, bedecken heute vielerorts nur noch Schutt und Geröll den Boden. Die Gletscher der Hochgebirge und Polarregionen ziehen sich mit nie gekannter Geschwindigkeit zurück. Vor allem seit den 90er Jahren, dem wärmsten Jahrzehnt in den letzten 150 Jahren, hat sich das Tempo der Gletscherschmelze erhöht. In den nächsten Jahren wird sich dieser Prozess noch beschleunigen, denn wir erleben jetzt Entwicklungen, die durch Treibhausgas-Emissionen vor dreißig Jahren verursacht wurden.
 
- Das Verschwinden der Alpengletscher -
 

Die Alpengletscher haben seit dem Beginn der Industrialisierung bis 1980 etwa ein Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihrer Masse verloren. Gletscherforscher rechnen mit einem fast vollständigen Abschmelzen der Gletscher noch in diesem Jahrhundert. 5.000 Gletscher gibt es in den Alpen. Wenn viele von ihnen für immer abgeschmolzen sind, könnte es empfindliche Einbrüche in der Wasserversorgung geben.

Denn Gletscher speichern Trinkwasser. Große europäische Flüsse wie Rhône und Rhein entspringen in Gletschergebieten. Das Süßwasser aus der Gletscherschmelze ist das wichtigste Trinkwasserreservoir in den alpinen Regionen. Dem Wintersport droht vielerorts in den Alpen das Aus. Zu diesem Schluss kam eine Studie der UNEP, des UN-Umweltprogramms, im Jahr 2003. Eines der ersten prominenten Opfer könnte das Wintersportparadies Kitzbühel sein. Allgemein wird die Schneegrenze im Zuge der Klimaerwärmung in den nächsten 30 bis 50 Jahren um 200 bis 300 Meter höher liegen.
 
- Himalaja: Nach der Flut kommt die Dürre -
 

Für die Himalaja-Region könnte das Schmelzen der Gletscher in einer Katastrophe enden. Mit dem Absickern des Schmelzwassers steigt der Wasserpegel der Gletscherseen an. Wenn unter dem Druck des Wassers die Ränder wegbrechen, überfluten Millionen Kubikmeter Wasser Täler und Dörfer. 44 Gletscherseen in der Himalaja-Region stellen durch ihren hohen Wasserstand mittlerweile eine ernste Bedrohung für die Menschen und Tiere in den Tälern dar. In Indien, Nepal, Bangladesch und Bhutan könnten gewaltige Flutwellen zu Tal stürzen und Dörfer und Äcker verwüsten.
 
Nach der Flut drohen akuter Wassermangel und Dürre. Denn mit den Gletschern geht auch das in ihnen gebundene Wasser dahin; langfristig werden die Wasserspiegel im Zuge der Gletscherschmelze sinken, Flussbetten trocknen aus. Bleibt der Nachschub für die Flüsse aus, drohen Dürrekatastrophen. Die sieben großen Flüsse Asiens wie Indus, Ganges und Mekong werden mit Wasser aus den Bergen gespeist. 500 bis 600 Millionen Menschen wären betroffen, das ist ein Zehntel der Weltbevölkerung.
 
- Traurige Aussicht am Kilimandscharo -

 Der Kilimandscharo, Schimmernder Berg, ist mit 5.895 Metern der höchste Berg Afrikas, gelegen in Tansania in der Nähe des Äquators. Seit 1912 schwanden mehr als 80 Prozent seiner Schnee- und Eismasse, allein seit 1989 waren es 33 Prozent. Jedes Jahr verliert das Naturwunder mindestens einen halben Meter an Eisdicke. Ein Forscherteam der Universität Ohio schätzt das Alter der Kilimandscharo-Gletscher auf 11.700 Jahre. In weniger als zehn bis fünfzehn Jahren könnte das letzte Gletschereis hier abgetaut sein.
 
Die Folgen der Gletscherschmelze sind dramatisch: Überschwemmungen, verbunden mit Erdrutschen, Schlamm- und Gesteinslawinen, sind die unmittelbaren Auswirkungen. Langfristig droht Trinkwasserknappheit, denn drei Viertel aller Süßwasserreserven sind im Gletschereis gebunden. Das Schmelzwasser lässt den Meeresspiegel ansteigen. Inselstaaten wie Tuvalu und Küstenregionen wie Bangladesch sind bedroht. Ganze Ökosysteme mit unzähligen Tier- und Pflanzenarten sind in Gefahr. An den Gletschern lässt sich ablesen, wie rasant die vom Menschen gemachte Erderwärmung voranschreitet. Wie viele Beweise brauchen wir noch, um das Klima wirksam zu schützen?
 

- OHNE EIS KEIN EISBÄR -
 
Das Eis der Polkappen, in denen ein Großteil des globalen Süßwasservorkommens gespeichert ist, taut. Die meterdicke schwimmende Eisschicht der Arktis zerrinnt. Jährlich verliert sich eine Fläche von der Größe der Niederlande im Nordpolarmeer. Die arktische Eisschicht hat sich in den letzten 30 Jahren um acht Prozent zurückgezogen, was einer Fläche von bis zu einer Million Quadratkilometern gleichkommt. Wissenschaftler warnen, dass innerhalb der nächsten 50 bis 70 Jahre das Nordpolarmeer komplett eisfrei sein könnte. Damit verlieren in den Eis-Regionen jagende Völker wie die Inuit und auf dem Eis heimische Tiere wie Eisbären, Walrösser und Seerobben ihren Lebensraum.
 
Die circa 25.000 in der Arktis und angrenzenden Gebieten lebenden Eisbären sind für ihre Nahrungssuche auf das Eis angewiesen. Im Zuge der Erderwärmung verlängert sich die eisfreie Zeit. Die Jagdsaison verkürzt sich, längere Hungerperioden sind die Folge. Der Mangel macht die Tiere anfällig für Krankheiten und führt zu einer geringeren Zahl von Nachkommen.
 
- Bedrohte Tierwelt -
 
Die Tierwelt, die sich über Jahrtausende an die frostige Umwelt angepasst hat, verliert ihren Lebensraum. Viele der in den Polarregionen beheimateten Säugetiere jagen ihre Beute an den Eisrändern, sie sind damit abhängig von der Eisbedeckung. Taut das Meereis früher ab, müssen die Tiere hungern und sind in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt. Auch das Abtauen der Permafrostböden wirkt sich auf das Ökosystem aus: In den von Permafrost befreiten Gebieten siedeln sich neue Arten an, die sehr anpassungsfähig sind, während angestammte Tiere ihren Lebensraum verlieren. Millionen arktischer Strandläufer und Gänsen droht der Verlust ihrer Brutgebiete. Durch die Klimaerwärmung verschieben sich die Verbreitungsgebiete von Tieren und Pflanzen, ihre Lebenszyklen werden gestört.
 
- Pflanzen im Stress
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Die sich verändernden Umweltbedingungen lösen bei einigen Pflanzen Stress aus. Sie werden anfälliger für Insekten, die im Zuge der Erwärmung ihre Verbreitungsgebiete erweitern. Larven des Fichtenborkenkäfers beispielsweise haben durch die milden Winter nicht nur bessere Überlebenschancen, auch ihr Entwicklungszyklus beschleunigt sich. Dadurch treten in borealen Wäldern häufiger Plagen auf. Seit 1989 wurden auf der Halbinsel Kenai an der Südküste Alaskas mehr als 25 Millionen Bäume von Borkenkäfern befallen. Die Plage breitete sich rasch in die Gegend um Anchorage aus. Wissenschaftler führen diese Entwicklung auf den Klimawandel zurück.
 
 
- DIE ERWÄRMUNG DER MEERE -

Die Weltmeere haben bislang etwa 80 Prozent der Wärme aufgenommen, die wir dem Klimasystem zusätzlich zugeführt haben. Dadurch haben sie sich bis in eine Tiefe von 3.000 Metern erwärmt. Wärmeres Wasser dehnt sich aus, dadurch steigt auch der Meeresspiegel. Die Erhöhung der Wassertemperaturen hat gravierende Auswirkungen auf das Ökosystem Ozean. Bislang haben sich die Ozeane zwar im weltweiten Durchschnitt seit 1955 nur um 0,04 Grad Celsius erwärmt. Der Wert ist deshalb so gering, weil die tieferen und mittleren Meeresschichten sehr viel kälter sind als das Oberflächenwasser: Direkt an der Oberfläche haben sich die Meere schon um durchschnittlich 0,6 Grad Celsius erwärmt. Der Temperaturanstieg an der Wasseroberfläche ist geringer als an Land, weil sich Landflächen allgemein schneller erwärmen als Wasserflächen.
 
Die Erwärmung der Meere hat Folgen für Fische und Meeressäuger. Sie wandern polwärts, ein Phänomen, das man auch bei Tieren an Land beobachten kann. Die Populationen des Kabeljaus in der Nordsee etwa schrumpfen stärker, als es allein mit Überfischung erklärt werden kann, sie wandern in Folge der steigenden Temperaturen bereits nordwärts. Nördlich gelegene Regionen profitieren von dieser Entwicklung: Der Fischfang im Nordmeer könnte sich insgesamt verbessern, so lange die Erwärmung ein bis zwei Grad Celsius nicht übersteigt.
 
- Die Meere versauern -

Meere bilden CO2-Senken, das heißt, sie können CO2 aufnehmen. Ungefähr ein Drittel der vom Menschen ausgestoßenen Kohlendioxid-Mengen haben die Ozeane aufgenommen. Ozeane verlangsamen als Kohlenstoff-Speicher zwar die Erderwärmung, doch durch die enormen zusätzlichen Mengen von Kohlendioxid versauern die Meere.
 
Das Kohlendioxid, das die Meere aufnehmen, verbindet sich teilweise mit dem Wasser zu Kohlensäure. Der so genannte pH-Wert des Meerwassers sinkt, das Wasser wird zunehmend saurer. Der durchschnittliche pH-Wert hat sich bereits von 8,16 auf 8,05 verringert. Das hört sich nicht nach viel an, dieser Effekt hat aber schwerwiegende Folgen z.B. für Organismen mit kalkhaltigen Schalen. Ihr Schutzmantel wird von der Säure angegriffen oder zerstört. Besonders Korallen und Kleinstlebewesen wie winzige Meeresschnecken und Zooplankton, die am Anfang der Nahrungskette stehen, sind betroffen.


- TRINKWASSER WIRD KNAPP -

Ohne Wasser können wir nicht leben. Es ist alarmierend, dass die Ausbreitung der Wüsten, heißere, niederschlagsärmere Sommer und die weltweite Gletscherschmelze unsere Trinkwasserversorgung bedrohen.
 
Gletscher sind wichtige Wasserspeicher. Wenn die Eisriesen in schnellem Tempo schmelzen und sehr viel Wasser abgeben, wächst kurzfristig die Gefahr von Hochwassern und Überschwemmungen. Ist das Eis abgetaut, können Wasserengpässe auftreten, weil der Nachschub aus den Bergen ausbleibt. Im Himalaja bedroht das Tauwetter die Trinkwasserversorgung von hunderten Millionen Menschen. Das Schmelzwasser der Eiskappen des Quelccaya-Gebirges ist eine wichtige Trinkwasserquelle für die peruanische Hauptstadt Lima. In Europa werden große Flüsse wie Rhein und Rhône von Gletscherwasser gespeist. Experten der Vereinten Nationen befürchten, dass sich die Zahl der Menschen, die in Regionen akuter Wasserknappheit leben, bis 2025 weltweit von derzeit knapp einer Milliarde auf 1,8 Milliarden erhöhen könnte. Der Klimawandel hat daran einen großen Anteil.
 
Die Auswirkungen des Klimawandels ziehen eine Vielzahl von ökologischen und sozialen Problemen nach sich: Hunger, Verelendung und eine Zunahme von Fluchtbewegungen, sowie Konflikte um die knapper werdenden Ressourcen Boden und Wasser. Es ist jetzt schon abzusehen, dass die Kriege der Zukunft weniger um Öl und andere Rohstoffe geführt werden, sondern um fruchtbare Erde und Wasser.


- SCHMELZENDES EIS – STEIGENDE MEERESSPIEGEL -
 
Im 20. Jahrhundert ist der Meerespiegel um 17 Zentimeter gestiegen, und er steigt weiter. Das Klimagremium der Vereinten Nationen (IPCC) sagt einen Anstieg des weltweiten Meeresspiegels von bis zu einem Meter bis zum Ende des 21. Jahrhunderts voraus. Davon gehen allein 20 Zentimeter auf das Konto der Gletscherschmelze. Selbst bei sofort wirksamen Klimaschutzmaßnahmen, wird sich der Meeresspiegelanstieg in den nächsten Jahrzehnten kaum aufhalten lassen, denn durch die Vermischung des wärmeren Oberflächenwassers mit den tieferen kühleren Schichten, erwärmen sich die Ozeane weiter. Wenn wir es schaffen, die Lufttemperaturen zu stabilisieren, werden sich die Ozeane erst mit einer Verzögerung von Jahrhunderten nicht weiter erwärmen.
 
Heute lebt circa die Hälfte der Weltbevölkerung in Küstenregionen. Allein in Bangladesch ist die Heimat von 17 Millionen Menschen von einem Anstieg des Meerespiegels bedroht. Arme Staaten wie Bangladesch können sich überhaupt keinen Katastrophenschutz leisten. Denn Vorsorgemaßnahmen sind teuer: Eine amerikanische Studie hat errechnet, dass Schutzmaßnahmen gegen einen Meeresspiegelanstieg von einem Meter die USA 156 Milliarden Dollar kosten würde.
 
Einige kleine Länder im Pazifischen Ozean müssen fürchten, dass sie aufgrund ihrer sehr geringen Höhe in den nächsten Jahrzehnten im Meer versinken, falls der Meerespiegelanstieg sich nicht verlangsamt. Die Inselgruppe Tuvalu ist in diesem Zusammenhang bekannt geworden, denn ihr höchster Punkt liegt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels könnte bald zum Untergang des Inselstaats führen. Die Regierung von Tuvalu hat deshalb für ihre 11.000 Menschen umfassende Bevölkerung im Jahre 2001 vorsorglich ein Asylbegehren an Neuseeland gerichtet.
 
Der steigende Meeresspiegel bedroht nicht nur die Menschen in unmittelbarer Nähe, sondern auch den Nahrungsmittelanbau. In Indien und Bangladesch beispielsweise versalzt der steigende Meeresspiegel die Reisfelder. Ein Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter würde 17 Prozent der Fläche Bangladeschs überfluten. Die Hälfte der Ackerfläche wäre betroffen – in einem der ärmsten Länder der Welt. Eine große Gefahr droht, wenn das Meerwasser in Oberflächengewässer oder Grundwasserspeicher eindringt, die der Trinkwasserversorgung dienen. Besonders im Nahen und Fernen Osten kann die Trinkwasserqualität durch Versalzung beeinträchtigt werden.
 
 
- DROHT DURCH EIN VERSIEGEN DES GOLFSTROMS EINE NEUE EISZEIT FÜR EUROPA? -
 
Die Meeresströmungen im Nordatlantik spielen eine wesentliche Rolle für das europäische Klima. Mit dem Golfstrom werden an der Meeresoberfläche warme Wassermassen aus den Tropen nach Norden gebracht, die abgekühlten Wassermassen fließen in großer Tiefe wieder nach Süden. Der Golfstrom ermöglicht so das relativ milde Klima in Westeuropa. Eine Abschwächung dieser Umwälzbewegung führt zu einem geringeren Wärmetransport über den Ozean nach Norden und somit zu einer möglichen Abkühlung in Europa. Diese wirkt der globalen Erwärmung entgegen.
 
Klimasimulationen sagen für das 21. Jahrhundert eine Abschwächung des Golfstromes um bis zu 30 Prozent voraus. Ein Versiegen des Golfstroms hätte, wenn auch keine Eiszeit, so doch einen starken Kälteeinbruch in ganz West- und Nordeuropa zur Folge. Ein kompletter Abbruch des Golfstromes und damit eine deutliche Abkühlung im europäischen Raum ist in diesem Jahrhundert noch nicht zu erwarten. Später ist auch das jedoch nicht auszuschließen.
 
 
- FLUCHT VOR DER KLIMAKATASTROPHE -

In Weltregionen, wo der Klimawandel die Lebensbedingungen der Bevölkerung unerträglich macht, werden Menschen zur Auswanderung gezwungen. Zunehmend werden Menschen als Klimaflüchtlinge ihre Heimat verlassen müssen. Dies ist vor allem in der sogenannten Dritten Welt zu erwarten, wo angestammte Lebensräume einerseits durch den steigenden Meeresspiegel – etwa in Bangladesch – und andererseits durch zunehmende Wasserknappheit in trockenen Regionen z.B. in Afrika verloren gehen.
 
- Der Klimawandel vertreibt Millionen Menschen aus ihrer Heimat -
 
Schon heute ist das Problem Klimaflucht ein ernstzunehmendes Phänomen, das in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich noch viel gravierender wird. In den am schlimmsten vom Klimawandel betroffenen Weltregionen, wo Armut und ausbleibende Entwicklungserfolge vorherrschen, sind Flucht und Migration oft der einzige Ausweg. Während in Afrika und Zentralasien Wasserknappheit und Ausbreitung der Wüsten auf den ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen die Menschen zur Flucht treiben, nimmt in Bangladesh und auf den kleinen Inselstaaten der steigende Meeresspiegel den Menschen ihren Lebensraum. Ganze Staaten sind in ihrer Existenz bedroht.
 
Doch der Hurrikan Katrina zeigt, dass Klimaflucht nicht auf Entwicklungsländer beschränkt ist. Es ist zwar schwer abzuschätzen, wieviele Menschen die Erderwärmung heute schon zur Auswanderung zwingt, aber Wissenschaftler nehmen an, dass die Zahl der Klimaflüchtlinge schon heute 20 Millionen Menschen umfasst. Abhängig von den geleisteten Anpassungs- und Vermeidungsmaßnahmen kann diese Zahl sich in den nächsten 30 Jahren auf weit über 200 Millionen Menschen erhöhen.
 
- Wir brauchen ein Klima-Asylrecht
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Schnelles und entschiedenes Handeln ist jetzt notwendig, um die schlimmsten Auswirkungen abzuwenden. Insbesondere muss neben der drastischen Verringerung der klimarelevanten Emissionen das Flüchtlingsrecht an die Realität des Klimawandels angepasst sowie der globale Fonds für Anpassungsmaßnahmen massiv aufgestockt und um die Versorgung von Klimaflüchtlingen erweitert werden.
 
 
Quelle & weitere Informationen: www.greenpeace.de
 
Dank an Greenpeace.
 
 
 



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